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Seitdem ist dieser "Reiterstein von Hornhausen" weltberĂŒhmt. Viele Forscher haben versucht, Reiter und Pferd zu deuten, doch jeder kam zu einem
anderen Ergebnis. Der eine sah darin den Germanengott Odin, der auf seinem RoĂ Sleipnir nach Walhall reitet, ein anderer den heiligen Georg, der den Drachen besiegt. Man deutete den Stein als Teil einer
Altarschranke oder als Grabstein auf einem alten Friedhof, den man dort, wo einst der Bauer den Stein gefunden hatte, entdeckt hatte. Die GrĂ€ber auf diesem Friedhof waren ohne Beigaben, demnach mĂŒssen die Toten
bereits Christen gewesen sein. Das Christentum aber kam erst nach Mitteldeutschland als Religion der frĂ€nkischen Besatzungsmacht. Sie herrschte vom Ende des ThĂŒringer Reiches 531 bis zur Königserhebung Heinrichs
I. im Jahre 919. Diese Epoche wird oft als "dunkle Zeit" bezeichnet, so dunkel, dass sogar behauptet wurde, sie habe gar nicht existiert.
"Der FrÀnkische Reiter" dagegen enthÀlt viele Zeugnisse, die dieses Dunkel erhellen. Es sind Schriftquellen wie Kloster- und Reichsannalen,
Chroniken, Briefe, Urkunden und Heiligenlegenden. Daneben behandelt das Buch archÀologische Funde, Orts- und Flurnamen, spÀtere BesitzverhÀltnisse, Weihenamen von Kirchen sowie alte Sagen und BrÀuche. Die
schriftlichen Quellen jener Zeit, die ĂŒber Mitteldeutschland berichten, stammen meist von Fremden aus weit entfernten Klöstern und Pfalzen, von Angehörigen oder Sympathisanten der Besatzungsmacht. Sie sind voller
Ideologie, MissverstÀndnisse und sogar bewusster FÀlschungen. Letzteres betrifft vor allem Urkunden, in denen es um den Besitz der Klöster Hersfeld und Fulda geht. Da die meisten Orte Mitteldeutschlands diesen
Urkunden ihre erste schriftliche ErwĂ€hnung verdanken und AnlaĂ fĂŒr zahlreiche Volks- und Heimatfeste sind, so kommt es bisweilen, daĂ solche JubilĂ€umszahlen nicht stimmen. Das sollte aber, so der Autor, beim
Feiern nicht stören, sondern vielmehr AnlaĂ sein, nach den Ursachen der jeweiligen FĂ€lschung zu forschen. Der "FrĂ€nkische Reiter" ist auch dabei ein kundiger FĂŒhrer.
Nach diesen knapp vierhundert Jahren stellt sich die frĂ€nkische Fremdherrschaft fĂŒr die Bauern Mitteldeutschlands trotz aller BedrĂŒckung durch Heeresdienste,
Steuern und Fron als hilfreich heraus. Die Franken brachten die römische Landwirtschaft, Technik und Kultur in den Osten. Die ErtrĂ€ge wuchsen und die Bevölkerungszahl in ThĂŒringen und Sachsen hatte sich in
dieser Zeit vervielfacht. Am Ende hatte der Osten des FrĂ€nkischen Reiches den Westen wirtschaftlich, militĂ€risch und kulturell ĂŒberholt. Er wurde zum Kernland des neu entstehenden deutschen Reiches.
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